Pflanzen in unserer subtropischen Umgebung

Gemüsepflanzen in Töpfen

Im Märzen der Bauer... kennen wir alle: im Frühling eigenes Gemüse anbauen! Eigenlich ist der März  bei uns hier im Süden schon ein sehr später Sä- und Pflanzmonat: Man kann hier traditionsgemäß schon im Dezember damit beginnen- doch  dieses Jahr kam uns der sehr regenreiche Winter dazwischen! Aber jetzt nichts wie ran, meint auch unsere Expertin SABINE KRANICH vom Algarve.

 

Auch mit wenig Platz ist es möglich, eigenes Gemüse anzubauen, sogar auf einem Balkon oder auf der Terrasse. 

In Kübeln ist dies möglich, denn einige Gemüsesorten lassen sich gut in Pflanzkübeln anbauen. Das sind alle, die an sich schon eher in die Höhe als in die Breite wachsen und alle, die gerne klettern.

 

Kleinere Pflanzen, wie Zwiebeln und Knoblauch wachsen natürlich sehr gut in Tontöpfen, genauso wie Kräuter  (diese kann man auch gemischt in einem größeren Pflanzgefäß ziehen), Chilis und sogar Kopfsalate, Aubergi-nen und Paprika.

In der Regel garantieren Setzlinge einen Wachstumsvorsprung gegenüber ausgelegten Samen.

Im trockenen Sommer müssen Kübelpflanzen morgens und abends gegossen werden und alle Pflanzbehälter benötigen im Boden Abflusslöcher, um Staunässe zu vermeiden. Schwarze Kübel sollten im Süden übrigens nicht in der vollen Mittagssonne stehen, damit sie nicht zu heiß werden. Im Übrigen hilft ein Anbau in Kübeln tatsächlich auch das Gießwasser zu kontrollieren, es ist oft schwierig in heißen Sommern genügend Wasser an die Pflanzen zu bekommen, wenn sie direkt im Boden gepflanzt sind, da es gerne weg fließt und versickert. Und noch ein Tipp: In Portugal verwenden wir für die kleinen Setzlinge oft abgeschnittene 5- l- Plastik-Wasserflaschen als Schutz gegen Kälte und Wind und Schnecken (Bild unten rechts).

 

Von Tomaten bis Kartoffeln

Tomaten eignen sich sehr gut als Kübelpflanzen an einem möglichst sonnigen Standort. Alle Tomaten sind übrigens geeignet! Im Kübel sollte die Pflanzerde gut gedüngt sein, da Tomaten viele Nährstoffe benötigen. Wird von Anfang an Kompost oder Mist mit Pflanzsubstrat im Verhältnis 1:1 gemischt, muss später nicht mehr nachgedüngt werden. Jede Tomatenpflanze braucht mit mindestens 10 l Pflanzerde und ausreichend Wasser. Werden die Pflanzen ausgegeizt, bilden sich weniger Tomaten aus, dafür sind sie größer.

 

 

Gurken und Bohnen können genauso gut aus Kübelpflanzung geerntet werden. Gurken mögen gerne ein Rankgitter aus Holz, Bambus oder Metall, die leichteren Bohnen brauchen nur einige Schnüre oder Drähte hinter den Kübeln gezogen, an der die Pflanzen mit fortschreitendem Wachstum nach und nach befestigt werden. Gurkenpflanzen benötigen etwas mehr Erde, mindestens 20 l, am besten gemischt aus Gartenerde, abgelagertem Mist und Torf oder Rindenmulch. Buschbohnen sind in Kübeln besonders geeignet.

 

 

Sogar Kartoffeln können auf kleinem Raum gezogen werden. Entweder in einem größeren und vor allem höheren Topf oder sogar in einem Turm aus alten Autoreifen. Kartoffeln mögen Blumenerde mit Sand gemischt. Zunächst werden 20 cm eingefüllt und die Saatkartoffeln oben auf gelegt (4 für einen 20 l Kübel), dann mit etwas Erde bedecken, diese gleichmäßig feucht halten und nun abwarten, bis sich Keime gebildet haben. Wenn diese 10 cm lang sind, von oben Erde nachfüllen, bis nur noch die Blattspitzen der Keime sichtbar sind. Und dann wieder feucht halten und abwarten usw. Ist der Kübel zum Schluss mit Erde aufgefüllt, sind die Kartoffeln nach circa 100 Tagen erntereif, spätestens wenn das Kartoffellaub vertrocknet. Dasselbe kann man tatsächlich auch mit alten Autoreifen machen. Je nach Pflanzwachstum wird nach und nach ein weiterer Autoreifen auf den vorherigen gelegt und Erde nachgefüllt. Die Kartoffeln lieben es, sich in den Taschen der Autoreifen auszubilden.


Die  aufregende Frangipani oder Plumeria

Sabine Kranich

Eine Plumeria sieht nicht nur traumhaft exotisch aus, sondern ihre Blüten duften auch auf unvergleichliche Weise süßlich, tropisch, aufregend und intensiv. Auf die exotische Herkunft und den betörenden Duft weisen auch ihre anderen Namen hin: Tempelbaum (diese Pflanze hat eine wichtige Bedeutung in Tempeln unter anderem im Buddhismus und repräsentiert hier Spiritualität und Reinheit) oder westindischer Jasmin. Aus ihren Blüten wird in Hawaii beispielsweise der berühmte Willkommens-Blütenkranz (Lei) gebunden. Die Karibik und Mittelamerika werden als ursprüngliche Heimat angesehen. Bei uns im Süden der iberischen Halbinsel werden Plumerias immer beliebter und können im Garten angepflanzt werden. In kälteren Gegenden werden sie als Topfpflanzen gehalten, die im Winter ins Haus umziehen. Bei idealen Bedingungen kann eine Plumeria bis zu 5 m hoch werden mit breiten Verzweigungen und vielen sommerlichen Blüten. 

Es sind Pflanzen, die Emotionen wecken, denn sie faszinieren mit wunderschönen Blüten in unterschiedlichen Farben und Duftnoten von Juni bis November, jede Sorte ist wohlriechend mit leichtem bis betörendem Duft. Oft befindet sich im Inneren der Blüte eine Farbe und außen eine andere, manche sind einfarbig, andere vielfarbig. Ihrer Farbpalette sind kaum Grenzen gesetzt: rot, weiß, lila, orange, pink, gelb etcetera. Als ursprüngliche Farbe wird die weiße Blüte mit gelber Einfärbung im Blüteninneren angesehen. Eine Plumeria dieser Farbe gilt übrigens als die robusteste. 

Wichtige Tipps für den eigenen Garten

  Plumerias vertragen keinen Frost. Im Garten ist ein optimaler Standort in Hausnähe auf der Südseite. Eine Überwinterung im Topf an windgeschützten Ecken in frostfreien Zonen ist ebenso möglich. Wer sichergehen will, kann die Pflanzen im Winter mit einem weißen Pflanzenflies abdecken oder die Töpfe an einen geschützten Platz umstellen, wie unter einem Dach, damit sie nicht zu viel Regen abbekommen.

  •  Bewässerung im allgemeinen wird eher weniger benötigt: im Sommer können sie regelmäßig (jeden 2. Tag) am Stamm gegossen werden und sie lieben dann auch Wasserduschen auf der ganzen Pflanze, dies aber möglichst nur frühmorgens, damit die Blätter noch nicht zu heiß sind, sonst droht ein Sonnenbrand. Sie hassen Staunässe, denn dann verrotten die Wurzeln. Das bedeutet, der Boden muss gut wasserdurchlässig sein und Töpfe dürfen keine Untertöpfe haben. Werden sie im Garten ausgepflanzt, muss darauf geachtet werden, dass das Pflanzloch mit durchlässiger, lockerer Erde gefüllt wird, damit auch Regenwasser ungehindert die Wurzeln passieren kann. Um die Pflanzerde durchlässig zu machen, können Torf, Holzkohle, Kokosfasern, Perlite oder Holzchips beigemengt werden.
  • Die Größe der Pflanze richtet sich nach der Größe des Topfes, je umfangreicher der Topf, umso größer wird die Pflanze wachsen, die Wurzeln haben dann mehr Platz. Beim Umtopfen allerdings darauf achten, dass immer ein nächstgrößerer Topf gewählt wird, eine kleine Pflanze in einem Riesentopf macht keinen Sinn.
  •   Sie gehen in Winterruhe und verlieren dann oft auch ihre Blätter, um im nächsten Frühjahr wieder neu auszutreiben. Wann sie erneut austreiben, hängt von der Umgebungstemperatur und der Anzahl der täglichen Sonnenstunden ab. Wenn sie ihre Blätter abgeworfen haben, brauchen sie so gut wie kein Wasser. Erst später im Frühjahr, wenn sich die neuen Blätter ausbilden, bekommen sie etwas Wasser, aber nie zu viel. Hier gilt als Faustregel: umso mehr Blätter wachsen, umso mehr Bewässerung ist nötig.
  •  Werden sie im Frühjahr gedüngt, wird ihre Blühfreudigkeit angeregt. Ein optimaler Dünger ist Nitrat-Phospor-Kalium im Verhältnis 20:50:20.
  • Vermehrung: Möchte man Stecklinge machen, kann man diese mit einer sterilen Schere von der Mutterpflanze abschneiden oder auch einfach abbrechen. Sie gehören zur Familie der Wolfsmilchgewächse und bluten weiß. Die Schnittstelle anschließend mit Zimt bestreuen zur Wunddesinfektion. Wichtig danach ist es, die Stecklinge erst einige Zeit beiseite zu legen und antrocknen lassen, bevor sie eingetopft werden. Frangipanis können auch aus Samen vermehrt werden, dann ist der biologische „Vater“ oft unbekannt und man kann davon ausgehen ein Unikat zu besitzen. Lässt man einen Sämling einfach wachsen, kann es sein, dass er zwei Meter hoch wird, bis sich die erste Blüte ausbildet und er sich danach natürlicherweise verzweigt. Wer eine Pflanze möchte, die in Sichthöhe blüht und verzweigt ist, kann durch Zurückschneiden nachhelfen, sie wird sich dann unter der Schnittstelle nach mehreren Seiten verzweigen. Ein Steckling trägt bereits die biologische Information sich zu verzweigen in sich und wächst von allein buschiger. 

Autorin Sabine Kranich hat eine Plumeria-Zucht, wie die vielen hier abgebildeten Fotos zeigen und gibt auch Pflanzen gerne ab, falls jemand mit dem Auto kommen möchte und zwar nach:

Quinta da Fortuna
Sitio da Fornalha

8700-072 Moncarapacho/Olhao

Portugal

Tel: +351 289 792 190
+351962938510

 siehe auch ihre Homepage: https://quinta-da-fortuna-1.jimdosite.com/

 


Die Drachenfrucht - ein Superfood

 

Diese Frucht erfreut sich immer größerer Beliebtheit, denn sie ist gesund, kalorienarm, ballaststoffreich und beinhaltet viele Vitamine und Mineralien. Kurzum ein Superfood: Sie verfügt über einen hohen Anteil an Antioxidantien, Flavonoiden und Vit. C und hat außerdem Omega 3 und sechs Fettsäuren. Mit wenig Kalorien und Kohlenhydraten wirkt die Pitaya entzündungshemmend und hilft freie Radikale zu fangen. Viel Calcium, Magnesium und Phosphor stärkt auch die Knochen. Und dann wirkt sie wie ein Präbiotika, denn die Samen werden nicht verdaut, sondern fermentiert und helfen so dem Immunsystem und gegen die Entstehung von Darmkrebs. Pitayas sind „in“.

 

Die Drachenfrucht (so genannt wegen ihres exotischen Aussehens, das an einen Drachen erinnert), gehört zu den Kakteen, ist robust. Im eigenen Garten angepflanzt  sollte es allerdings nicht zu kalt sein oder die Sonne zu intensiv. Also idealerweise in frostfreien Regionen und sogar im Halbschatten.

 

Ist die Pflanze groß genug, wird sie blühen. Bis zur ersten Frucht dauert es allerdings 1 bis 3 Jahre.

Aber Achtung: Die Blüten öffnen sich normalerweise nur einen Abend und eine Nacht lang. Eine Bestäubung erfolgt in der Natur über Bienen und Fledermäuse. Oft gibt es aber keine Fledermäuse oder nicht genügend Bienen und dann sollte man als Mensch nachhelfen: Mit Hilfe eines weichen Pinsels über die Pollen einer Blüte streichen und diese auf einer anderen Blüte wieder abstreichen. Dann sollte eine reichhaltige Ernte folgen.

  Sie braucht nicht viel Wasser, auf alle Fälle weniger Wasser als Avocados und Orangen. Deshalb soll sie im Algarve als Anbaupflanze bald die Avocado überholen und auch, weil sie finanziellen Gewinn verspricht, da sie nicht unbedingt preiswert ist.

Fotos oben:  Pitaya oder Drachenfrucht ist ein Superfood! Aber sei blüht nur 1 Nacht! (Alle Fotos und Text: Sabine Kranich)

 Steckbrief:

  • Die Pflanze stammt ursprünglich aus Zentralamerika, Südamerika und Mexiko.

  • Blüten und Früchte gibt es im Frühling und im Sommer.

  • Sie mag 18 bis 26 Grad und ist nicht frostverträglich.

  • Die Frucht ist innen weiß oder rot oder rosa mit vielen kleinen schwarzen Samen.
  • Sie schmeckt entfernt nach Melone, sanft und leicht bis intensiv süß, je nach Sorte und Reifestadium.

  • Es gibt drei Arten von Früchten: die rote Pitaya ist innen und außen pink, die gelbe, außen gelb und innen weiß und die weiße, außen pink und innen weiß. Je dunkler das Fruchtfleisch ist, umso mehr Antioxidantien sind vorhanden. 

Verwendung:

 Am einfachsten ist es eine Pitaya durchzuschneiden und auszulöffeln, und zwar leicht gekühlt aus dem Kühlschrank.

Sie passt außerdem gut in Fruchtsalate und auch in Smoothies (zusammen mit Beeren und Bananen). Man kann aus ihr Eis oder Sorbet herstellen und sogar Limonade: Dazu das Fruchtfleisch von eineinhalb klein gehackten Pitayas, 1 l Wasser, Saft von 3 Zitronen und eventuell Zucker vermischen.

 

Oder wie wäre es mit einem Drink? Pink Dragon: 45 ml Gin, 30 ml Pitaya Sirup, 22 ml Zitronensaft und Wasser mit Kohlensäure dafür mischen.

 Es ist möglich fertige Produkte kaufen: rotes Pitayapulver, Pitayasirup und sogar gefriergetrocknete Pitaya.


Nützliche Kräuter und Heilpflanzen - von Sabine Kranich

Nach dem Regen im Winter breiten sich  wild wachsende Pflanzen  gerne aus. Manche sind nützlich wie Malve, Borretsch und Brennnessel. Und manche überstehen den Sommer ohne Bewässerung.

 

1. Wilde Malve

 Diese großblättrige Pflanze mit grünen Blättern und später lila Blüten kann bis 1,20 m hoch werden und war schon im alten Rom bekannt als Heilmittel. Denn Blätter und Blüten verfügen über einen hohen Gehalt an Schleim- und Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Flavonoiden und helfen als Tee zubereitet bei Husten, Heiserkeit, Halsweh (gurgeln) und Magenbeschwerden. Aufgrund ihrer ebenfalls vorhandenen entzündungs-hemmenden und wundheilenden Eigenschaften wird ein aus dieser Pflanze gewonnener, stärkerer Sud bei Hautproblemen eingesetzt, und zwar sowohl bei Mensch und Tier. Das war einer der ersten Tipps aus der Naturheilkunde, den ich vom Tierarzt bekam, als eines meiner Pferde einen Hautausschlag hatte und tatsächlich, tägliche Waschungen mit dem Sud haben gut geholfen.

 Da die Schleimstoffe der wilden Malve hitzeempfindlich sind, sollte ein Tee oder Sud nicht mit kochendem Wasser zubereitet werden, sondern mit lauwarmen oder sogar kaltem. Für Tee zum Beispiel.B. ¼ l kaltes Wasser und zwei TL Malvenblätter mit oder ohne Blüten übergießen, beides mindestens  5 Std. lang ziehen lassen (für Ungeduldige: mindestens aber 10 Minuten!), dann abgießen und wer möchte, diesen „Tee“ wieder lauwarm (!) erwärmen. Bei akuten Beschwerden kann man 2-3 Tassen Tee täglich trinken (auch gerne mit Honig). Tee kann übrigens aus frischen oder getrockneten Blättern hergestellt werden.

 Für einen Sud, der für äußere Anwendung verwendet wird, aber auch getrunken werden kann, nimmt man etwas mehr Blüten und Blätter, übergießt sie mit lauwarmen Wasser und lässt das alles vor dem Abgießen einen Tag lang ziehen.

Übrigens ist die gesamte Pflanze essbar und hat einen milden Geschmack.

Beigefügte Blätter machen Suppen oder grüne Smoothies sämig wegen der vorhandenen Schleimstoffe. Werden junge Pflanzen verwendet, können die junge Blätter und Blüten kleingeschnitten, ungekocht mit zu Salaten gegeben werden oder in Smoothies.

 

Ältere Blätter werden gekocht als Gemüse oder wandern eben in Suppen und Saucen.

  Bei uns auf de Quinta  werden sie im Frühsommer abgesengt, um das Grundstück für den Sommer zu pflegen, aber die Pflanzen kommen jedes Frühjahr wieder, denn die Wurzeln sind ja noch da.

 Übrigens, Bienen mögen die Blüten der wilden Malve. Wer Blätter und Blüten verwenden will, muss dafür etwas warten, sie blüht ab Mai.

2. Borretsch

 Borretsch (auch Gurkenkraut genannt, denn es riecht und schmeckt nach Gurke) ist eine schöne Pflanze mit leuchtend blauen Blüten und behaartem Stängeln und Blättern. Und das Beste ist, Bienen lieben die Blüten.

 

Die ganze Pflanze ist essbar, sowohl Blätter als auch Blüten. Wegen seines Gurkengeschmacks passt Borretsch gut zu Gurkensalat oder Kräuterquark, kann aber auch Pesto oder Salate , Risotto und Eiergerichte verfeinern. Die Blüten machen sich gut als Deko in Salaten oder Frischkäse.

 Borretsch hat einige positive Eigenschaften, er enthält viel Kalium, das wirkt entwässernd wirkt, Kieselsäure, die gut ist für Haare, Haut und Nägel, und ähnlich wie die wilde Malve Schleimstoffe, die Magen und Darm unterstützen und entzündungshemmend wirken, genauso wie die enthaltenden Gerbsäuren.

Man kann selbst einen Tee zubereiten: 1 EL Blätter und Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 min. lang ziehen lassen. Danach max. 2 Tassen Tee täglich trinken. Borretsch-Teemischungen kann man übrigens auch fertig kaufen. Genauso wie Borretschöl-Kapseln oder Borretschöl zum Einnehmen oder zum Einreiben bei Hautproblemen. Denn die Pflanze beinhaltet viele Gamma-Linolensäuren und kann damit bei Ekzemen helfen, auch gegen Neurodermitis und findet Verwendung bei rheumatischer Arthritis. Gekaufte, fertige Produkte sind sicherlich unbedenklich, verwendet man Borretsch aber frisch aus dem eigenen Garten sollte man nicht zu viel davon essen. Und Schwangere, Stillende und Kleinkinder gar nicht. Die Pflanze beinhaltet Pyrrolizidinalkaloide, die gesundheitsschädigend sein können. In den Blüten ist davon wenig enthalten, mehr in den Blättern.

 Trotzdem eine tolle Gartenpflanze, schön anzusehen, gut für die Bienen und die Blüten wirken übrigens stimmungsaufhellend.

Fotos oben von links nach rechts: wichtige Wild-, ja sogar Heilkräuter i unseren südlichen Breiten:

Borretsch - Brennnessel  - Thymian

3. Brennnessel

  Die Brennnessel gehört botanisch zu den Brennnesselgewächsen und ist einjährig, wird sie jedoch nur abgesenst, wachsen nach dem nächsten Winterregen wieder neue Pflanzen.

 Die Blätter, Samen und Wurzeln werden in der Naturheilkunde verwendet, denn Brennnesseln wirken stark entwässernd, harntreibend und blutreinigend, und helfen sogar bei Nieren- und Blasenbeschwerden. Wer im Frühjahr entschlacken möchte, kann eine vierwöchige Brennnesseltee-Kur machen. Den Tee dazu aus kleingeschnittenen Blättern und kochendem Wasser zubereiten und täglich 1-2 Tassen davon trinken.. Da die Pflanze viele Mineralien und viel Eisen enthält, wirkt Brennnesseltee auch gegen eisenmangelbedingte Ermüdungs- und Erschöpfungszustände.

  Genauso gut kann man diese gesunde Pflanze mit in einen grünen Smoothie geben oder ganz einfach als Brennesselspinat zubereiten: für 2 Portionen werden 500 g junge Brennnesselblätter verwendet, 1 Zwiebel, etwas Butter, Pfeffer und Salz. Die Brennnesseln mit kochendem Wasser überbrühen und wieder abgießen - so verlieren sie ihre Brennwirkung. Die Zwiebel klein schneiden und mit der Butter glasig andünsten. Die Brennnesseln in feine Streifen schneiden, zu der Zwiebel in die Pfanne geben, würzen und 10 Minuten lang alles zusammen dünsten.

  

4. Thymian

 Und dann darf der wilde Thymian (Thymus vulgaris) in der Aufzählung nützlicher Pflanzen nicht fehlen.

 Dieser Thymian wird ca. 30 cm hoch und ist immergrün, bis auf die paar Wochen, in denen die Sommer-temperaturen sehr hoch sind und das Erdreich keine Feuchtigkeit mehr gespeichert hat. Mit dem ersten Regen im September treiben dann wieder die neuen grünen Blättchen aus. Wer auf seinem Grundstück ein Stück Wildnis übriggelassen hat, kann den Thymian das ganze Jahr hindurch ernten. Das Aroma des wilden Thymians ist übrigens unvergleichlich stärker als das von kultiviertem Gartenthymian. Die lilafarbenen Blüten sind im Frühjahr und Sommer zu sehen.

 Thymian ist vielseitig verwendbar: Thymiantee hilft bei Erkältungskrankheiten mit Husten und als Mund-spülung bei Mandel- und Rachenentzündungen. Thymian soll anregend wirken, krampf- und schleimlösend, entzündungshemmend, schweißtreibend, beruhigend und blutstillend. Außerdem kann man Thymian als Gewürz verwenden für den mediterranen Touch in der Küche, bei Pizza, Salaten, Fleisch- und Fischgerichten . 


Blühende Pflanzen im mediterranen Winter

1. Der Weihnachtskaktus

("Schlumberga buckleyi") Verwandte sind auch Oster- und Thanksgivingkaktus mit dann anderen Blühzeiten.

 

Er ist ein wahres Blühwunder um die Weihnachtszeit und erhältlich in unterschiedlichen Farben wie weiß, rot, pink, orange und andere. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Brasilien und hat gliedrig angeordnete, abgeflachte Blätter. An den Triebenden bilden sich um die Weihnachtszeit die Blüten aus und bei guter Pflege blüht der Weihnachtskaktus sehr lange.

 Wie will er behandelt werden und wie bekommt er viele Blüten?

 Er wird viele Blüten ausbilden, wenn er vor und nach der Blütezeit eine Ruhepause einhalten darf. Vor der Blüte ist das ab September. Dabei wird die Bewässerung fast eingestellt und am besten darf er auch noch kühler stehen. Während der Blüte den Weihnachtskaktus nur leicht feucht halten und wenn überhaupt, nur einmal im Monat düngen. Erst nach der Blüte und der darauffolgenden ein-bis zweimonatigen Ruhezeit dann wieder alle zwei Wochen düngen und zwar mit einem stickstoffarmen, aber phosphor- und kalireichen Dünger, dann wächst er gut und bildet viele zukünftige Blütenknospen aus.

Wie soll er am besten gegossen werden?

Im Sommer wenig gießen, erst wenn die ersten Knospen zu sehen sind, wieder mehr gießen. Beim Gießen an sich soll die Topferde gut durchweicht werden und dann darf sie wieder austrocknen vor dem nächsten Gießen, angelehnt an seine tropische Heimat. Also nicht regelmäßig und wenig gießen und Staunässe an den Wurzeln vermeiden, keine gefüllten Untersetzer stehen lassen.

 Vermehrung durch Stecklinge:

Wenn die Blütezeit vorbei ist, sollte man 1 bis 2 Monate warten, danach kann man Blattglieder steril abtrennen, um neue Pflanzen zu ziehen. Die abgetrennten Blattteile erst einmal für einige Tage beiseite legen, denn sie müssen  erst einmal antrocknen, bevor sie wieder in frische Erde gesetzt werden. Eingetopft wird er in Humuserde mit Torfzusatz oder eine Kakteenerde, wichtig dabei ist eine gute Wasserdurchlässigkeit. Ohne oder mit noch wenigen Wurzeln die kleinen Pflanzen sparsam gießen, später wieder regelmäßiger, am besten mit kalkarmen Wasser. Bereits größere Pflanzen am besten umtopfen im März, dann leicht schattiert stellen, denn pralle Sonne mögen sie nicht so gern und sie sind frostempfindlich. Das heißt, im Winter sind es wirklich Zimmerpflanzen, sie sollen schon bei Temperaturen unter 10 Grad plus ins Haus umziehen.

Wenn man ihn wachsen lässt, wird er sich übrigens sehr dekorativ überhängend ausbilden.

 

 

2. Aloe de Natal (Aloe aborenscens)

 

ist, wie der Name sagt, eine Aloe, die zu Weihnachten blüht.

 

Genauer gesagt eine Baum-Aloe, die bis zu 2 m hoch werden kann und eine buschige Wuchsform hat. Vermutlich wurde sie von Seefahrern aus Südafrika mitgebracht und ist heute in Gärten in Portugal und Andalusien immer noch verbreitet. Da sie keine Staunässe mag, ist ein idealer Pflanzort am Hang, da Regenwasser gut abfließen kann.

Sie ist eine sehr anspruchslose Pflanze, wächst auf jedem Boden und benötigt weder Düngung noch sommerliche Bewässerung. Und trotzdem wird sie jedes Jahr wieder gegen Weihnachten ihre Blütendolden ausbilden und diese anschließend zu zylinderförmigen orangefarbenen oder roten Blüten öffnen. Aus jeder Dolde können sich mehrere Blüten entwickeln. Die grünen Blätter haben beidseitig kleine Zähne. Sie mag sowohl Sonne als auch Halbschatten und ist eine der wenigen Aloen, die sowohl auf Meeresspiegelniveau bis hoch auf gebirgiges Gelände wachsen. In ihren Ursprungsländern Südafrika, Mosambik, Simbabwe und Maliwi sogar bis in 2800 m Höhe. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Mutterpflanze nicht nach der Blüte abstirbt, denn die einzelnen Blüten bilden sich an verschiedenen Stielen, die später einfach vertrocknen. Weil sie buschig und relativ hoch wachsen, eignen sie sich für Topfhaltung eigentlich nicht, sondern sollten direkt in den Garten ausgepflanzt werden. Sie ist nicht frostverträglich, kann allerdings ein paar Tage Null  Grad bei trockenem Wetter aushalten.

Fazit: eine genügsame, dekorative Gartenpflanze für frostfreie Gärten

 

Aber Achtung:  Sie ist  giftig und nicht zu verwechseln mit der Aloe vera! Man kann sie nicht verwenden wie die Aloe vera! 

3. Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima, auch Poinsettie genannt)

  Last bat nut least stellen wir den Weihnachtsstern hier an dieser Stelle vor, denn simpler Trick: Man kriegt ihn günstiger, je knapper man ihn vor Weihnachten kauft!

 Oft werden zur Weihnachtszeit Weihnachtssterne im Topf gekauft, um das Haus mit weihnachtlichen Farben zu verzieren.  Diese Topfpflanze gibt es in unterschiedlichen Farben:  rot, lachsfarben und weiß. Der ursprünglich nur rote Farbstoff der ursprünglichen Gartenpflanze soll eigentlich Insekten anlocken.

 Ein Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und ist deshalb giftig. Das Farbige, Dekorative sind übrigens Blätter und nicht die Blüten. Die eigentlichen Blüten sind klein, gelblich-grün und sitzen in der Mitte der farbigen Blätter. Die Pflanzen mögen keine Staunässe, wenn sie blühen, brauchen sie Wasser, aber keine Düngung.

 Wenn man im Süden Europas lebt und ganz viel Glück hat, gelingt es vielleicht, diese Topfpflanze im Garten ausgepflanzt überleben zu lassen. Aber sie sind frostempfindlich und oft auch überhaupt empfindlich, weil sie in der Regel in Gewächshäusern gezüchtet werden. Was viele nicht wissen, es gibt auch eine eigene Art Weihnachtsstern extra für den Garten.

Wenn die Weihnachtssterne im Topf auch sehr dekorativ das Haus zur Weihnachtszeit verschönern, ist es doch ungleich schöner, einen großen, ursprünglichen im Garten (in der Bilderzeile oben ganz rechts) bewundern zu können. Wenn man Glück hat, kann man noch hin und wieder die Ursprungspflanze in einer Baumschule finden und kaufen und einpflanzen im Garten, wind- und frostgeschützt, am besten an einer Haussüdseite.

 


Zitrusbäume für den eigenen Garten

Kein Winter ohne Orangen, Mandarinen und Zitronen sowieso. Zitrusfrüchte sind in den Gärten des Südens reichlich vorhanden und werden oft auch in der Landwirtschaft angebaut. Ob man sie nun selbst anbaut oder kauft, sie sind auf alle Fälle gesund und vielseitig verwend-bar. Sie sind allerdings teurer geworden: Es fehlen große Ernteerträge des größten Anbau-gebietes rund um Valencia durch die Überschwemmungskatastrophe.

 Geschichtlich betrachtet wurden 1150 n.C. die ersten Zitronen von Arabien aus in den Mittelmeerraum gebracht. Orangen stammen ursprünglich aus Südostasien. Damit ist erklärt, warum Zitrusbäume wärmeliebende Pflanzen sind und auch im eigenen Garten Sonne lieben. Bei einem guten Standort und ausreichend Bewässerung (dies kann auch Tröpfchenbewässerung direkt am Boden sein) blühen Zitronenbäume beispielsweise mehrmals im Jahr und haben deshalb Zitronen in verschiedenen Reifestadien am Baum hängen. Diese Früchte brauchen bis zu einem Jahr, um sich von kleinen grünen Fruchtknospen hin zu gelben und reifen Zitronen zu entwickeln. Das ist ähnlich mit Orangen und anderen Zitrusfrüchten, wie Mandarinen, Clementinen etc.

 Alle Zitrusfrüchte haben viel Vitamin C und andere gesunde Inhaltsstoffe, wie Pektin und Flavonoide. Letztere verbergen sich in den weißen Häutchen der Schale. Deshalb ist es schade, nur Orangensaft zu trinken und das sehr gesunde Weiße zwischen Schale und Fruchtfleisch nicht zu beachten.

Am einfachsten ist es, bereits kultivierte Bäumchen in Baumschulen oder auf Wochenmärkten zu erwerben und einzupflanzen.

Geerntet wird in der Regel im Winter. Zitrusbäume lieben Sonne und Wärme und vertragen auf keinen Fall Bodenfrost. Die beste Auspflanzzeit ist März und April. Dazu wird ein genügend tiefes Pflanzloch vorbereitet, es kann gerne bis 1 m tief sein, so haben die Wurzeln genügend Platz um sich auszubreiten. Die Pflanzerde in diesem Pflanzloch gut aufbereiten und lockern und am besten mit gut abgelagertem Mist mischen.

Auch ausgepflanzt vertragen Zitrusbäume keine Staunäs-se. Um das zu vermeiden, kann man der Pflanzerde bis zu 30 % Blähton oder Kies zusetzen und auf keinen Fall in reinen Lehm pflanzen. Sie mögen leicht sauren Boden. Der eingepflanzte Zitrusbaum bekommt eine Wuchshilfe durch einen Stock, an dem er befestigt wird. Die Pflanz-scheibe um den Baum herum muss von Unkraut frei ge-halten werden. In den heißen Sommermonaten freuen sich Zitruspflanzen über regelmäßige Bewässerung, im Winter bei Regen wird das Gießen von der Natur übernommen.

 Kauft man Dünger, ist auf einen hohen Anteil an Stickstoff und Kalium zu achten, aber abgelagerter Hühnermist oder anderer Stallmist ist genauso geeignet und stickstoff- und kaliumreich. Bei Mist ist es nur wichtig, dass er gut abgelagert ist, wäre er zu frisch, würde er die Wurzeln verbrennen. Gedüngt wird in der Hauptwachstums-zeit, Mai bis September. Alternative: Mist schon dem Pflanzloch beimischen.